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Flughafen Wien trotz S-Bahn-Störung: Diese Wege funktionieren jetzt

Nach dem Kabelbrand beim Bahnhof Praterstern ist der S-Bahn-Verkehr in Wien derzeit erheblich eingeschränkt. Besonders wichtig für Reisende: Auch die übliche Verbindung von Wien Mitte zum Flughafen ist betroffen. Der Flughafen selbst bleibt per Bahn erreichbar – nur der gewohnte Weg über Wien Mitte ist momentan nicht die beste Wahl.

Wer einen Flug erreichen muss, sollte deshalb nicht automatisch Richtung Wien Mitte fahren. In vielen Fällen ist der Weg über den Wiener Hauptbahnhof einfacher, schneller und besser kalkulierbar.

Was ist aktuell betroffen?

Zwischen Wien-Praterstern und Quartier Belvedere sowie zwischen Wien Mitte und Geiselbergstraße ist derzeit kein regulärer S-Bahn-Verkehr möglich. Ursache ist die Störung des Stellwerks Praterstern nach dem Kabelbrand. Da dieses Stellwerk Signale und Weichen bis in Richtung Rennweg steuert, reichen die Auswirkungen deutlich über den eigentlichen Brandort hinaus.

Für Flughafenreisende bedeutet das vor allem: Die S7 kann nicht durchgehend von Wien Mitte zum Flughafen fahren. Zwischen Wien Mitte und Geiselbergstraße gibt es einen Ersatzverkehr. Ab Geiselbergstraße fährt die S7 weiter Richtung Flughafen.

Auch der CAT fährt derzeit nicht regulär von Wien Mitte zum Flughafen.

Die gute Nachricht: Die eigentliche Flughafenbahnstrecke ist nicht gesperrt. Railjet und Intercity zwischen Wien Hauptbahnhof und Flughafen fahren weiterhin. Genau deshalb ist der Hauptbahnhof momentan für viele Reisende der sinnvollste Ausweichpunkt.

Straßenbahnhaltestelle in Wien als Orientierung bei der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Die beste allgemeine Route: über den Hauptbahnhof

Für die meisten Reisenden würde ich derzeit den Wiener Hauptbahnhof als Ausgangspunkt für die Fahrt zum Flughafen wählen.

Die Route ist einfach: Zuerst mit U-Bahn, Straßenbahn, Bus oder Zug zum Hauptbahnhof fahren. Dort in einen Railjet oder Intercity Richtung Flughafen Wien umsteigen.

Die reine Zugfahrt vom Hauptbahnhof zum Flughafen dauert ungefähr 15 Minuten. Railjets verkehren üblicherweise mehrmals pro Stunde, sodass diese Variante trotz des zusätzlichen Weges zum Hauptbahnhof vergleichsweise gut planbar bleibt.

Aus der Innenstadt ist die Verbindung unkompliziert. Vom Stephansplatz fährt die U1 direkt zum Hauptbahnhof. Wer am Praterstern ist, kann ebenfalls die U1 nehmen und muss sich nicht mit der unterbrochenen S-Bahn-Stammstrecke beschäftigen.

Wer bereits bei Wien Mitte steht, kann mit der U3 bis Stephansplatz fahren und dort in die U1 Richtung Hauptbahnhof wechseln.

Ab Wien Mitte würde ich für die gesamte Fahrt zum Flughafen momentan grob 35 bis 45 Minuten einplanen – abhängig davon, wie gut der Anschluss am Hauptbahnhof passt.

Mit CAT-Ticket zum Hauptbahnhof?

Für Reisende mit einem bereits gekauften CAT-Ticket gibt es einen wichtigen Punkt: Nach den vorliegenden Informationen werden CAT-Tickets während der Störung auch im Fernverkehr zwischen Wien Hauptbahnhof und Flughafen anerkannt.

Nicht eindeutig ist allerdings, ob damit auch die innerstädtische Fahrt von Wien Mitte zum Hauptbahnhof abgedeckt ist.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte für diesen Abschnitt einen gültigen Fahrschein für die Wiener Linien besitzen. Das verhindert unnötigen Stress bei einer Kontrolle – besonders dann, wenn man ohnehin schon unter Zeitdruck zum Flughafen unterwegs ist.

Ersatzbus und S7: möglich, aber mit mehr Reserve

Eine zweite Möglichkeit ist die Fahrt von Wien Mitte mit dem Ersatzverkehr nach Geiselbergstraße. Dort kann man in die regulär fahrende S7 zum Flughafen umsteigen.

Diese Route funktioniert grundsätzlich, hat mit Gepäck aber einige Nachteile. Man muss zusätzlich umsteigen, der Bus fährt durch den normalen Stadtverkehr und die Fahrzeit ist dadurch weniger gut vorhersehbar. Außerdem muss der Anschluss an die S7 passen.

Für eine Fahrt ab Wien Mitte würde ich deshalb mindestens 60 bis 75 Minuten bis zum Flughafen kalkulieren.

Bei einem zeitkritischen Flug wäre diese Variante für mich nur die zweite Wahl. Hauptbahnhof plus Railjet ist normalerweise übersichtlicher.

Direkt zur S7 in Geiselbergstraße

Anders sieht es aus, wenn man sich bereits im Südosten Wiens befindet. Reisende aus Teilen des 10. oder 11. Bezirks müssen nicht unbedingt zuerst zum Hauptbahnhof fahren.

Eine Möglichkeit ist beispielsweise die Fahrt mit der U3 Richtung Enkplatz oder Simmering und von dort mit einer lokalen Verbindung zur Station Geiselbergstraße. Ab Geiselbergstraße fährt die S7 weiter zum Flughafen.

Das kann aus Simmering, dem östlichen Favoriten oder angrenzenden Gebieten eine sinnvolle Abkürzung sein.

Hier würde ich allerdings unbedingt vor der Abfahrt den konkreten S7-Anschluss prüfen. Wenn der Anschluss knapp verpasst wird, kann der Zeitvorteil schnell verschwinden.

Reisender mit Stadtkarte in Wien bei der Planung einer alternativen Route zum Flughafen

Airport Bus als direkte Alternative

Wer die Bahnprobleme komplett umgehen möchte, kann den Vienna Airport Bus nutzen.

Besonders interessant ist die Verbindung vom Bereich Morzinplatz beziehungsweise Schwedenplatz zum Flughafen. Sie ist für Reisende aus dem 1. Bezirk, dem 2. Bezirk und Teilen des 20. Bezirks eine praktische Alternative, weil kein zusätzlicher Bahn-Umstieg notwendig ist.

Weitere Airport-Bus-Verbindungen bestehen unter anderem vom Hauptbahnhof und vom Westbahnhof.

Der Vorteil ist offensichtlich: Die Störung des Stellwerks betrifft den Bus nicht.

Der Nachteil ist der Straßenverkehr. Gerade zu Stoßzeiten können die tatsächlichen Fahrzeiten von der planmäßigen Fahrzeit abweichen. Wer einen Flug erreichen muss, sollte deshalb auch beim Bus ausreichend Reserve einplanen.

Wann lohnt sich ein Taxi oder Fahrdienst?

Ein Taxi oder Fahrdienst kann während einer solchen Störung vernünftiger sein als sonst – besonders für Familien.

Wer mit zwei Erwachsenen, Kindern, mehreren Koffern und vielleicht noch einem Kinderwagen unterwegs ist, bewertet einen zusätzlichen Umstieg anders als jemand mit einem kleinen Rucksack.

Auch bei einem sehr frühen oder späten Flug, einem engen Zeitfenster oder einem Ausgangspunkt mit schlechter Verbindung zum Hauptbahnhof kann die direkte Autofahrt sinnvoll sein.

Die Bahnstörung betrifft die A4 nicht unmittelbar. Trotzdem sollte man mit möglichem zusätzlichem Verkehr rechnen, wenn mehr Reisende auf Busse, Taxis und Fahrdienste ausweichen.

Vom Flughafen zurück nach Wien

Auch in der Gegenrichtung gilt derzeit dieselbe Grundregel: Nicht darauf verlassen, dass die gewohnte Verbindung über Wien Mitte funktioniert.

Für Ziele in der Innenstadt, im Westen oder Süden Wiens ist der Railjet zum Hauptbahnhof meistens die einfachste Lösung. Von dort geht es beispielsweise mit der U1 weiter Richtung Innenstadt.

Wer direkt in den Bereich Schwedenplatz möchte, kann den Airport Bus zum Morzinplatz prüfen.

Für Ziele im 11. Bezirk kann dagegen die S7 bis Geiselbergstraße interessant sein und von dort eine lokale Weiterfahrt.

Wer zum Praterstern oder weiter in den Norden Wiens muss, fährt besser mit dem Railjet zum Hauptbahnhof und anschließend mit der U1 weiter. Die unterbrochene S-Bahn-Stammstrecke sollte momentan nicht als Durchgangsroute eingeplant werden.

Mehr Zeit einplanen und Verbindung noch einmal prüfen

Für die meisten Flughafenreisenden ist Hauptbahnhof plus Railjet derzeit die beste allgemeine Lösung. Der Airport Bus ab Schwedenplatz ist eine gute direkte Alternative für Teile der Innenstadt. Die S7 ab Geiselbergstraße bleibt besonders für den Südosten Wiens interessant.

Den Ersatzverkehr zwischen Wien Mitte und Geiselbergstraße würde ich vor allem dann nutzen, wenn man bereits dort ist und ausreichend Zeit hat.

Für einen Flug würde ich gegenüber einer normalen Railjet-Anreise ungefähr 20 bis 30 Minuten zusätzliche Reserve einplanen. Wer den Ersatzverkehr zur S7 nutzt, sollte eher mit rund 45 Minuten zusätzlicher Reserve rechnen.

Da noch nicht sicher ist, wie lange die Einschränkungen dauern, sollte die konkrete Verbindung unmittelbar vor der Abfahrt noch einmal in der aktuellen Fahrplanauskunft geprüft werden. Gerade bei einer Fahrt zum Flughafen ist eine halbe Stunde zusätzliche Reserve meist deutlich angenehmer als ein knapp verpasster Flug.

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